Vom 3. bis 9. September veranstalteten die aktiven jugendlichen Funkamateure und SWLs der Pfadfinderclubstation DL0AVH bzw. der Clubstation des OV-Spandaus DL0SP eine Fieldday-Woche, in der neben Funken, Basteln und Grillen auch Ausbildungsbetrieb unter DN1AVH stattfand.

Vorbereitung

Eine ähnliche Aktivität hatten wir schon im letzten Jahr durchgeführt und so entstand die Idee, jedes Jahr eine solche Woche zu veranstalten. Der Termin und eine grobe Übersicht an Aktivitäten standen schon Anfang dieses Jahres fest. Zielort war ein kleiner Ort namens Grenz, welcher ca. 20 km von Prenzlau entfernt im Norden von Berlin liegt (JO73AI).

Trotzdem wurden - wie eigentlich immer - die meisten Vorbereitungen in der Woche direkt davor erledigt. Teilweise haben wir bis spät in die Nacht noch geplant, gebaut und gebastelt. Außerdem schickten wir einen Haufen Online-Bestellungen zu Elektronik-Versandhäusern, weil uns dann doch auffiel, dass eventuell die Anzahl der N-Stecker, die Rollen an Koax-Kabel und andere Kleinigkeiten nicht ausreichen würden. Im Großen und Ganzen wurden wir aber rechtzeitig fertig, so dass schließlich ein VW-Bus und ein Golf randvoll beladen werden konnten. Mit dem bekannten Gefühl, doch noch etwas vergessen zu haben, ging die Fahrt Richtung Norden los.

Wir, das waren zuerst nur SWL Jay, Tom DL7AWO und Max DH7AHK. Vom zweiten Tag an verstärkte uns dann SWL Christian und am Wochenende wurde das Team schließlich von den SWLs Georg und Markus ergänzt. Ebenfalls am Wochenende bekam unsere Veranstaltung noch einen ganz anderen Rahmen: Unser Stamm Anselm von Havelberg (AvH - daher auch unser Suffix) veranstaltete auf demselben Zeltplatz ein Wochenendlager, so dass auch die sicherlich noch vielen Älteren bekannte Lagerfeuerromantik nicht zu kurz kam.

Endlich QRV

Wie immer, wenn man das herkömmliche Equipment um neue Geräte und sonstiges Material ergänzt, dauert der Aufbau etwas länger. So bauten wir zum ersten Mal den vorher noch selbst gebauten 10m-Gittermasten mit einem FB33, einer 6m-Yagi zum Hören und einer X-2000 für Packet-Radio auf. Allein dies dauerte schon einen ganzen Tag. Hinzu kam ein symmetrisch gespeister 2 x 40m Dipol für 160 und 80m, eine zwischen zwei ausgedienten Straßenlaternenmasten gespannte FD4 für die noch nicht erfassten KW-Bänder (Matchbox macht's möglich) und die bewährte 2m-Contest-Anlage von DL0SP mit 4 x 7-Element-Flexayagis auf einem 10m-Mast. Daneben bauten wir das OP-Zelt auf, welches auch als Schlaf- und Aufenthaltsraum diente.

Für alles andere hatten wir ebenfalls gesorgt: ein Grill und eine Kochplatte für das Essen, ein Kühlschrank für die Getränke, Licht, um auch nachts Betrieb machen zu können, eine Gartendusche, aus der bei Sonnenschein warmes Wasser floss, und eine Gasheizung, da es nach Sonnenuntergang um diese Jahreszeit doch schon recht kühl wird. Eine Mückenlampe stellte sich in den Abendstunden als einzigartige Investition heraus, ansonsten hätten wir wohl größere Schäden davon getragen.

So waren wir am zweiten Abend endlich auf allen KW-Bändern und auf 2m unter DL0AVH/p mit dem Sonder-DOK "RDP" ("Ring deutscher Pfadfinderverbände") QRV. Eigentlich wollten wir auch noch die Elektronik für diverse digitale Betriebsarten und eine Antennenanlage für Satellitenfunk aufbauen, da wir aber auch so schon ausgelastet waren, verzichteten wir darauf.
Die Transceiver, PAs und Matchboxen wurden durch drei Computer ergänzt, die für die Packet-Radio-Anbindung und zum Loggen für die am Wochenende stattfindenden Conteste eingesetzt wurden. Das gesamte Equipment stammt aus den Shacks von DL0AVH, DL0SP, DL7AWO und DH7AHK.

Ausbildungsbetrieb

Mit im Gepäck hatten wir außerdem das wenige Wochen zuvor erteilte Ausbildungsrufzeichen DN1AVH. Da wir schon im Vorfeld die anwesenden SWLs umfangreich auf den Gebieten Betriebstechnik und Technik ausgebildet hatten, konnten sie in dieser Woche das erste mal selber das Mike in die Hand nehmen, um ihre ersten QSOs zu fahren. Wenn man neben ihnen steht wird man nur allzu oft daran erinnert, wie man selber einmal angefangen hat, und dass es nicht selbstverständlich ist, ein verrauschtes SSB-Signal auf 2m richtig aufzunehmen. Das Leuchten in den Augen und das Aufatmen nach dem letzten "73" wird wohl keiner mehr so schnell vergessen. Während des Contest-Betriebes am Wochenende konnten die SWLs außerdem das Hören der Buchstaben von Stationen, die ihr Rufzeichen nach dem Buchstabieralphabet nannten, üben und im Computerlog überprüfen, ob diese Stationen schon gearbeitet wurden.

Am Contest-Abend gab es schließlich noch eine andere Attraktion und das Staunen aller beteiligten Anwesenden über die charakteristischen Telegrafie-Signale war groß, als das 2m-Band sich via Aurora Richtung Norden öffnete, und Rapporte mit 59a verteilt werden konnten. Da DL0AVH QTH-bedingt sonst nur auf KW QRV ist, konnten wir somit eine neue "Betriebsart" in unser Log schreiben.

Fazit

Wie so oft vergeht die Zeit bei solchen Aktivitäten immer viel zu schnell. Am letzten Tag bzw. am Vorabend bauten wir die komplette Anlage wieder ab und verstauten sie in unseren Fahrzeugen.

Im Namen aller beteiligten OMs und SWLs können wir sagen, dass diese Woche mehr als nur Spaß gemacht hat und für das nächste Jahr wieder eine ähnliche Aktion geplant ist. Vielleicht können wir auf diesem Wege auch zum Nachahmen anregen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Die Bilanz: 7 Tage Funken, hunderte QSOs, 10 neue DXCC-Länder, neue Bandpunkte vor allem auf 160m, hunderte Kilo Ausrüstung (nicht übertrieben), etliche Meter Koax-Kabel, über 8 Kisten mit Getränken und Essen, 5 lustige Grillabende, etwa 500km Straßenkilometer, 544 Mbyte bzw. 348 Bilder und vieles vieles mehr...

Dank an dieser Stelle auch an SWL Martin Recker, der uns für diese Aktion seinen VW-Bus zur Verfügung stellte und somit das Ganze erst ermöglichte.

 

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